Steenbeck 901 Super 16 Filmschneidetisch

Der Schneidetisch ist Arbeitsplatz und Werkzeug des Schnittmeisters bei der Filmproduktion.

Der Film wird im Vorwärtslauf von links nach rechts über den Schneidetisch geführt und im Gegensatz zu einer Filmkamera oder zum Projektor kontinuierlich bewegt. Damit wir auf dem Bildschirm bewegte Bilder betrachten können, rotiert ein Prisma im Filmantrieb mit. Das vom Film kommende Licht fällt durch dieses Glasprisma, wodurch es zum sogenannten optischen Ausgleich der Bildwanderung kommt. Durch dieses Verfahren werden 24 stehende Einzelbilder in der Sekunde auf die Mattscheibe projiziert.

Dieser Mechanismus ermöglicht das Anschauen der Filme mit bis zu zehnfacher Geschwindigkeit bei einem minimalen Verschleiß des Filmstreifens. Wir können einen Bild- und zwei Tonstreifen synchron abspielen. Unser Schneidetisch ist vom Hersteller modifiziert worden, um Super 16 und Normal 16 Kopien abzuspielen.

Horizontale Schneidetische wurden in Deutschland von mehreren Firmen ab 1930 hergestellt und waren und sind in Europa allgemein verbreitet.

1931 gründete Wilhelm Steenbeck (1896 - 1975), deutscher Ingenieur einer Feinmechanik-Firma, das Unternehmen W. Steenbeck & Co. in Hamburg. Zweiundzwanzig Jahre danach, 1953, brachte er seinen ersten Schneidetisch heraus.  2003 wurde der Sitz der Firma von Deutschland in die Niederlande verlegt.

In Amerika haben sich die Moviola Filmschnittgeräte, die den Film vertikal führen,  durchgesetzt. Erst um 1970 kam der europäische Schneidetisch Steenbeck nach Amerika. Ab ca. 1990 wurden die mechanischen Schneideapparaturen durch die  digitalen Systeme (AVID, Final Cut und andere) ersetzt, dennoch sind die Steenbeck-Schneidetische weltweit immer noch im Gebrauch.