Ein sensationeller Kellerfund hat uns in der Filmakademie Kelle dazu bewegt, ein neues Projekt ins Leben zu rufen. Wir könnten es Dornröschen nennen.

Wie alles begann
Ein verdächtiger Koffer mit zweifelhaftem Inhalt wurde bei uns abgegeben. Angeblich handele es sich um ein fotografisches Gerät – hieß es.
Die Studenten entdeckten bei näherer Betrachtung eine Arriflex 35 IIb Kinokamera. Ein Stück aus der unmittelbaren Nachkriegsproduktion, ca. 50 bis 55 Jahre alt. Diese Kamera ist aus der Serie der ersten Spiegereflex-Kinokamera der Welt. Die Serie wurde 1937 entwickelt und ist bis heute die kleinste und leichteste Kinokamera seiner Art. Allerdings befand sie sich in einem sehr verwahrlosten Zustand, optisch kaum widererkennbar und aus unbekannten Grund verbastelt.

Trotz des schlechten Zustandes sind fast alle wichtigen Teile vorhanden, zum Teil in Blechbüchsen und Einmachgläser.
Die Kamerastudenten der Filmakademie Kelle werden das alte Mädchen wieder zum Leben erwecken und abschließend Testaufnahmen drehen.

Nach der Zerlegung wird das Gehäuse für eine neue Farbe vorbereitet. Alter Kunstharz und die Klebereste wurden entfernt. Die Originallackierung ist so beschädigt, daß alles erneuert werden muß.
Nach reichlicher Überlegung haben wir uns für die Pulverbeschichtung entschlossen, als Farbe wählten wir einen dunklen, edlen Grauton.
Nach langer Suche sind wir in Schöneberg fündig geworden. Herr Gerhard Neuser hat uns sehr ausführlich beraten und in seiner Oberflächenveredelungsfirma in der Neuser GmbH bekommt unsere Kamera ihr neues Gesicht. Es sind nur wenige Unternehmen, die solche kleine Teile mit der nötigen Präzision behandeln können



Über den weiteren Fortschritt werden wir regelmäßig berichten.
Im YouTube-Kanal der Filmakadmie Kelle ist eine seltene Aufnahme, wo das Nachfolgemodell Arriflex 35 IIc in Betrieb zu sehen ist.